
© Starmayr
Liebe Karin, bitte stell dich kurz vor …
Mein Name ist Karin Wundsam und ich lebe und arbeite in meiner wunderschönen Heimatgemeinde Engelhartszell an der Donau. Seit 1991 bin ich im Marktgemeindeamt für Tourismus, Kultur und Öffentlichkeitsarbeit zuständig und im Rahmen dieser Tätigkeit seit 1997 auch Geschäftsführerin des Vereins „Kultur und Tourismus an der Donau in Engelhartszell“.
Ehrenamtlich war ich von 1998 bis 2018 Obfrau des Tourismusverbandes Engelhartszell und seit 2020 bin ich Obfrau der Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich. Wer bei uns heiraten will, ist bei mir richtig, da ich als Standesbeamtin auch Trauungen durchführe 😊
In meiner Freizeit liebe ich es zu reisen und zu fotografieren. Meine größte Leidenschaft gilt dem Malen mit Wasserfarben: www.karin-wundsam.com
Welchen Ausbildungszweig an der TS Klessheim hast du besucht und in welchem Jahr hast du deine Ausbildung abgeschlossen?
Ich habe das Fremdenverkehrskolleg der Höheren Lehranstalten für Fremdenverkehrsberufe in Bischofshofen (1. Jahr) und Kleßheim/Salzburg (2. Jahr) von 1987 bis 1989 besucht und erhielt mein Reifeprüfungs-Diplom als „Touristikkaufmann“ (ja, ja … damals wurde nicht gegendert) am 11. Mai 1989.
An was erinnerst du dich gerne?
Ich erinnere mich sehr gerne an die zwei Jahre zurück. Aus meiner Sicht hatten wir eine großartige Klassengemeinschaft (6 Jungs und der Rest Mädchen) und mit einigen bin ich heute noch in Kontakt. Ich spüre noch die Blicke meiner Klassengemeinschaft am ersten Tag, als ich bei der Vorstellungsrunde bekanntgab, dass mein Vater Briefträger war 😊… die meisten waren Töchter und Söhne von Hoteliers, Ärzten, Bankiers, usw. …. da schlug ich ziemlich aus der Art!
Besonders lustig war die Getränkekundestunde, die vom Nachmittag auf den Vormittag verlegt worden war, weil 2 Stunden ausgefallen sind. Es stand eine Whiskyverkostung auf dem Programm …. den restlichen Tag weiß ich nicht mehr 😊
Wie ging es nach Klessheim für dich weiter?
Vor Klessheim habe ich das Bundesgymnasium in Schärding von 1979 bis 1989 besucht und war im Sommer 1987 als Au Pair in den USA, wo ich mein Englisch perfektionierte. Mein besonderes Interesse galt dem Lernen von Sprachen Englisch, Französisch und Italienisch – das war auch meine grundsätzliche Motivation für Klessheim.
Mein Praktikum habe ich 1988 im Hotel Waldhaus, Sils-Maria, CH, absolviert und nach Klessheim war ich von 1989 bis 1991 als Rezeptionistin im Hotel Philipp (1 Saison) und danach im Hotel Lärchenhof in Seefeld/Tirol beschäftigt.
1991 kehrte ich aufgrund einer schweren Erkrankung meiner Mutter nach Engelhartszell zurück, wo ich als Karenzvertretung am Marktgemeindeamt angefangen habe. Da mir der Job gefallen hat und ich eigentlich alles, was ich gelernt habe, gut brauchen konnte bin ich hiergeblieben und habe diese Entscheidung nie bereut!
Da ich gerne reise, schreibe und fotografiere, habe ich auch einen Journalismus & Public-Relations Lehrgang abgeschlossen.

© Kultur & Tourismus
Was war das Wichtigste, dass du in Klessheim für dein Leben gelernt hast?
Ich habe gelernt, dass ich nichts umsonst gelernt oder gemacht habe! (Siehe auch nächster Punkt)
Wie ich am Markgemeindeamt zu arbeiten begann, haben viele gefragt: „Ist das nicht schade? Jetzt hast du so eine tolle Ausbildung gemacht und bist auf so einer kleinen Gemeinde tätig. War das nicht alles umsonst?
Auf diese Frage kann ich ehrlich antworten: Nein, da war gar nichts umsonst!
Engelhartszell ist eine Tourismusgemeinde. Ich brauche meine Sprachkenntnisse im Umgang mit unseren Gästen, die als Radfahrer, Wanderer oder Kreuzschifffahrtsgäste zu uns kommen. Ich führe das Freibadbuffet mit meiner Konzession und verwalte Freibad und Campingplatz für die Gemeinde. Weiters organisiere ich die Landausflugsprogramme für internationale Kreuzschifffahrtsgäste bei uns in Engelhartszell.
In meinem Arbeitsbereich wickle ich viele Projekte ab, unter anderem auch EU-geförderte Projekte, die viel Geduld, Ausdauer und Engagement benötigen.
Welches Fach in Klessheim hat dich am besten auf dein Arbeitsleben vorbereitet?
Das klingt jetzt komisch, aber ich sage: Servierkunde!
Unser Lehrer hat immer gesagt: „Mach keine leeren Wege und fass nichts 2 x an! – Wenn du zum Tisch gehst, nimm was mit und wenn du vom Tisch weggehst, schau, ob du wieder was mitnehmen kannst!“ – Wenn du etwas nimmst, stelle es wieder dort hin wo es hingehört, damit du es nicht noch einmal anfassen musst!
Diese Worte habe ich mir eingeprägt und ich denke jeden Tag sowohl in der Arbeit als auch in meinem Alltagsleben daran, im wahrsten Sinne des Wortes keine leeren oder sinnlosen Wege zu gehen oder Dinge/Sachen/Projekte nicht 2 x anzupacken! – Das spart unendlich viel Zeit und Energie!
Was muss man bei euch unbedingt probieren?
Im Donaumarkt Engelhartszell muss man auf alle Fälle die Engelszeller Klosterliköre und die Engelszeller Klosterbiere probieren! Ein MUSS ist natürlich der Besuch in der wunderschönen Rokoko-Stiftskirche und gleich daneben im Wassererlebnis Mini-Donau mit Großaquarium. Führungen biete ich gerne und jederzeit an 😊
Einzigartig ist auch der 1700 Jahre alte „Römerburgus Stanacum“, Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Donaulimes, und das am besten erhaltene antike Gebäude in Oberösterreich. Ein Besuch im Schütz Art Museum ist für Kulturinteressierte ein Muss und für Technikbegeisterte bietet sich ein Besuch des oberösterreichisch-bayerischen Donauflusskraftwerkes Jochenstein an.
Welchen Tipp würdest du AbsolventInnen geben, die am Beginn ihrer Karriere stehen?
Den Tipp, den ich selbst gelernt habe: „Macht keine leeren Wege!“
Überlegt euch jeden Schritt in eurem Leben gut und sucht euch einen Job, der euch glücklich macht! Probiert Verschiedenes aus, denn nur so findet ihr heraus, was euch Spaß macht!
